Eine Steigerung dürfte künftig nur schwerlich zu erzielen sein. Denn eine noch bessere Stimmung, als sie in der Punksitzung der KiKaGe herrschte, ist kaum vorstellbar. Nicht nur auf der Bühne, sondern auch vor der Bühne der ausverkauften Rheintalhalle ging die Post ab. Auch das Prinzenpaar Jessy I. und Rüdiger III. verzichtete auf monarchistische Etikette und ließ seinem Enthusiasmus freien Lauf.
Niemand hielt es lange auf den Stühlen. Mehr stehend als sitzend sangen, klatschten und tanzten die versammelten kostümierten Narren, darunter die weltlichen und kirchlichen Seelsorger der Stadt: Thomas Deuschle und Peter Bretl. Was nicht wundert: Kirrlach gilt seit Jahrzehnten als eine der Hochburgen der Fastnacht im Bruhrain. Die Gäste genossen ein 21-teiliges sechsstündiges Feuerwerk mit Pomp und Prunk, Glanz und Glitzer, Funkenmeer und Farbenpracht.
Einen spektakulären Auftakt boten die einmarschierende „Narrenzunft“ und die beeindruckende Prinzenpaar-Eskorte. Zuvor hatten die Prinzenkinder Madleen und Isabelle mit ihrem Prolog den Startschuss gegeben. Mit drei starken Bütten konnte die Karnevalsgesellschaft diesmal aufwarten. Den Maßstab setzte zu Beginn die überregionale Faschingsgröße „De Härtschd vom Dahner Tal“, Oliver Betzer, als Clown mit mehrfachem „Wackelkontakt“.
Auf bestem Wege nach oben, auf den Sprossen der Bütt-Karriereleiter, befinden sich die beiden Jungtalente Elias und Noah Neumann, die witzig die Vor- und Nachteile des Handy-Gebrauchs im Zwiegespräch erläuterten. In Hochform präsentierten sich auch Marcus und Laurin Köpp, die ihre abwechslungsreichen Erlebnisse in der neuen „Grünen Ortsmitte“ wiedergaben.
Wie in den Vorjahren entzückten die „KiKraGeler“ mit ihren ansteckenden Songs, in die alle mit einstimmten. Auch dem aus Rhoise eingeflogenen Schlagersänger Tim Steinel gelang es ruckzuck, die Gäste von den Stühlen hochzureißen. Zu den weiteren Stimmungskanonen, die das Publikum unter Strom hielten, gehörten die Badner Schalmeien und die Forlebuzzel-Zunft aus Hambrücken.
Trotz unterschiedlicher Körpergröße stand die Jugend auf Augenhöhe mit den Erwachsenen. Topfit zeigten sich die Feuerwehr-Zwuggl, die hexenmagischen Wichtel, die Prinzengarde „Bobbe“ und die Spraddlgarde. Abschied nahm das seitherige Tanzmariechen Emely Johann – und stellte ihre ebenfalls akrobatische Nachfolgerin Lene Wirth vor. Mit einer perfekten Performance überzeugten das Männerballett, das eine Hommage an Michael Jackson bot, und die „Body Rockers“, die den Wilden Westen nach Kirrlach holten.
Als finale Stimmungskanoniere feuerten „Tobbmaster Fitsch and the fabulous Fernando Horns“ ihre musikalischen Salven ab. Freudige Zustimmung fand die Ankündigung von Eric Klemm, der meisterhaft die Sitzung moderierte: Am Samstag, 14. Februar, kommt es zur 42. Aktion „Herz ist Trumpf“. Diesmal soll das Projekt „Grüne Ortsmitte“ unterstützt werden.
Beifall gab es auch in der Prunksitzung für den Hinweis von Klemm, dass es in diesem Jahr einen gemeinsamen Jahresorden der KiKaGe und des KHC gebe: „50 Jahre Waghäusel“.
(Werner Schmidhuber)



























































































































































































































































